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Mitten im Tag, während ein paar Minuten, läutet das Glöcklein des alten «Schul und Gemeindehauses Dättwil». «Warum bloss?», haben Sie sich sicher schon öfters gefragt. Ein richtiges Dorf ohne Glocke? Unvorstellbar. Deshalb ist aus der Dättwiler Einwohnerschaft im Laufe der 1920er-Jahre der Wunsch gewachsen, zur Bereicherung des Dorflebens eine eigene Glocke zu besitzen. Eine Glocke, welche nicht nur die Zeit angibt, Gottesdienste ankündigt und den Sonntag einläutet. Sie sollte mit ihrem Geläut auch den Leichenzug und die Mitglieder des Gemischten Chors begleiten, welche den Sarg vom Haus der verstorbenen Person auf den Dättwiler Friedhof zur Beerdigung trugen und dort ein Grablied sangen. Naheliegend war es, den Glockenturm mitten im Dorf auf dem «Schul-und Gemeindehaus» zu planen. Das Projekt des damaligen Gemeinderates wurde tatkräftig vom reformierten Pfarrer unterstützt und auch der Lehrer meldete, im Schulhaus müsse von Gesetzes wegen eine Uhr installiert werden. Der Glockenaufzug fand am 28. November 1926 statt. Vorbei sind seit dreissig Jahren die Zeiten, da sich der Leichenzug zum Dättwiler Friedhof bewegte geblieben ist aber die Tradition, dass geläutet wird, wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner von Dättwil stirbt, meist ungefähr eine halbe Stunde vor der Beerdigung, wo auch immer diese abgehalten wird. Und seit Jahren zieht, rhythmisch und mit sicherer Hand, Berthi Dietiker am Strick der Glocke. Antoinette Hauri; Chronikgruppe Dättwil Mehr zum Thema: |
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![]() Glocke mit Stundenschlag links und Läuteantrieb rechts (mit freundlicher Bewilligung von Jürg Wittwer, Liegenschaften Baden) |
Kein Glockenstrick mehr
Es war schon lange die Rede von der Elektrifizierung des Läutwerks; sie scheiterte jedoch bis jetzt an den Finanzen. Nun geht Dättwil mit der Zeit, bereits seit Herbst 2003 ist ja auch das Uhrwerk funkgesteuert. Auch an dieser Stelle sei allen gedankt, welche bei Beerdigungen, Gottesdiensten und besonderen Gelegenheiten zur rechten Zeit am Glockenstrick gezogen haben. Eine sicher unvollständige Liste der Namen finden Sie im Dättwiler Dokument X, Seite 73. Der jetzigen Läutegruppe ist es ein Anliegen, dass die Traditionen weitergeführt werden. Regelmässiges Läuten ist einprogrammiert, neu auch das Glockengeläut am 1. August. Für unvorhersehbares Läuten ist jedoch nach wie vor die Läutegruppe in Aktion. Auszug aus der Dättwiler Zytig, November 2010 |
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